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17. August 1997 |
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Seit Fahrwangen-Bettwil im Jahre 1947 wurde im Aargau kein Rennen mehr auf öffentlichen Strassen bewilligt. Am letzten Wochenende strömten wieder Tausende von Töff-Fans zum Bergrennen nach Zetzwil-Leutwil. Es hat 50 Jahre gedauert, bis es einer Gruppe von Enthusiasten wieder gelang, ein vielversprechendes Bergrennen im Kanton Aargau auf die Beine zu stellen. Dem Gelände-Sport-Club Oberwynental gelang nicht nur das historische Kunststück, ein neues Bergrennen aus der Taufe zu heben, sondern auch ein organisatorische Meisterwerk - alle Trainings- und Rennläufe wurden am Sonntag ausgetragen. Beim vierten Bergrennen der Saison wurde nicht nur der Bergmeister-Titel vergeben, die letzten Mohikaner der Strassen-SM haben auch den östlichsten Punkt ihrer Meisterschaftsreise erreicht. Das Bergrennen Zetzwil-Leutwil ist das einzige Bergrennen in der Ostschweiz. Am Sonntag dürften sich mehr als 10'000 Fans an der Strecke entlang versammelt haben. An bestimmten Passagen gab es kein Durchkommen mehr. Die besten Plätze waren besetzt. Endlich ... Egal, ob die Strecke kurz, lang, feucht, trocken, schnell oder langsam ist: Pascal Gassmann gewinnt in der 125er Promo-Cup-Klasse jedes Bergrennen. Mit dem Punktemaximum konnte er sich als Bergmeister feiern lassen. Er distanzierte Ignaz Baumgartner, seinen härtesten Widersacher um die Meisterschaft, um 72/100 Sekunden. Gassmann führt im Gesamt-Zwischenklassement mit acht Punkten Vorsprung. Nach dem Saisonabbruch von Dominique Serena musste nun auch Racing-Lady Tsaouissis Anastasia forfait geben: Handgelenkbruch bei einer Ausfahrt mit dem Privat-Töff. Schade: Jetzt gibt es in der Strassen-SM keine Frau mehr, die ordentlich Gas gibt. Inter-125-Motocross-Meister Dani Müller dominierte seine Gegner bei den Monobikes nach Belieben. Aber SM-Fahrervertreter Eugen Haag liess sich mit dem zweiten Platz als Bergmeister zum Wiseco-Monobike-Cup feiern. SM-Leader und Lokalmatador Thomas Kausch (einer der Hauptinitianten der Veranstaltung!) wurden die wochenlangen Vorbereitungen zum Verhängnis. Mit dem Kopf nicht bei der Sache gab's für den sieggewohnten Kausch nur Rang 5. Mit der Bestzeit in der Supersport-Serie feierte Jean-Luc Papaux seinen Bergmeistertitel. SM-Leader Claude-Alain Jaggi darf sich nach Platz 2 dafür auf den Titel freuen - er liegt fast uneinholbar an der Spitze. Im Kampf un Platz 2 in der SM werden sich Knecht und Müller in Lignières am 6./7. September ein hartes Duell liefern - sie liegen zwei Punkte auseinander. Im Kampf um die schnellste Tageszeit in der Open-Klasse schien Berglöwe Papaux die besten Karten in der Hand zu haben. Doch der Tagessieg ging nicht ins Welschland, er ging an den Kanton Aargau. Killian Bühlmann, der die 250er EM und DM bestreitet, siegte souverän. Papaux blieb im zweiten Lauf nach der zweiten Schikane mit Vergaserproblemen stehen. Manche munkelten allerdings, dass der ergraute Berglöwe die Jagd nach der Bestzeit freiwillig einstellte, als er erkannte, dass er zu langsam unterwegs war. Alte Löwen geben sich keine Blössen ... Die Créme de la créme des Schweizer Motorradrennsports stand aber in der Klasse Elite Seitenwagen am Start. Biland/Waltisperg, Güdel/Güdel. Bösiger/Egli, Schlosser/Hauser und Webster/James gaben sich die Ehre. Die meisten kamen, ohne Startgeld zu verlangen. Nur für Steve Websters Partner David James musste der Flug von England in die Schweiz berappt werden. Das Publikum wusste den Auftritt der internationalen Stars sehr wohl zu schätzen. Sei es am Start oder bei der Abfahrt nach den Läufen: Die Schweizer Seitenwagen-Elite wurde mit viel Applaus bedacht. Die beste Show boten Schlosser/Hauser: Die Draufgänger, die mit attraktiver und langbeiniger Begleitung in Zetzwil aufgetaucht waren, sollten die einzigen bleiben, die den Kurs mit einer Zeit von unter einer Minute bewältigten. Güdel/Güdel folgten auf Platz 2. Biland/Waltisperg nahmen es locker: Mit Rang 9 stand die Show im Vordergrund. Veteranen Aus Moto Sport Schweiz, 34/97. Text Elio Crestani |
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Text und Bilder Robert Pfeffer |