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Donnerstag, 13. Mai 1999 Präsi's Vorgeschichte: Um 8:00 Uhr sollte es beim Aargauer Fressbalken losgehen. Nadia und ich waren toll in der Zeit und so verstauten wir das Gepäck auf der BMW und den Rest auf Nadias TDR. Um 7:30 sollte es dann losgehen, kurz tanken, Luftdruck prüfen und ab gen Westen. Doch, wie schon erwähnt war der Wurm schon drin! Nadias TDR hatte keine frühlingshaften Gefühle und wollte nicht das Geräusch eines Tönchens herauslassen. Also nichts wie Umpacken! Im Doppelpack kamen wir gerade noch mit den präsidialen 5 Minuten Verspätung nach Würenlos. Wie sich nach dem Weekend herausstellte, war die Hauptsicherung von ihrem Sackgeldverdunster durchgeschmort. So viel Ärger wegen einer 30 Rappen teuren Sicherung! Es waren beinahe alle am Start! Ausser der Familie Reber, welche die Furcht von möglichen Regentropfen auf dem Kombi zu schaffen machte und so kurzfristig absagten. Aber wo war den der Gummi-Chrigel? Oder besser der Ex-Gummi-Chrigel, welcher in der Zwischenzeit ein Allwetterkostüm der Marke "Regen-lass-ich-auch-nicht-rein" gekauft hatte. Wegen den anhaltenden gigantischen Niederschlägen musste er bei der Feuerwehr aushelfen, um die verschiedenen Keller in der Stadt Zürich leer zu saugen. Er wollte einen Tag später nachkommen. Der Himmel war immer noch richtig Grau als wir in Richtung Basel wegfuhren. Die Stimmung war trotzdem delikat. Der erste Kaffeehalt gab es beim Peugeot Museum in Sochaux. Es ging aus Zeitmangel natürlich keiner in die Ausstellung. Robert versicherte uns aber, dass dies durchaus eine Alternative zum sonntäglichen Nichtstun darstellt. Nach dem Käffeli und diversen Sandwiches suchte Marco verzweifelt seinen Töffschlüssel, welcher nach 5 minütigem Suchen doch noch zum Vorschein kam. Er atmete sichtlich auf. Regina bekam in der Zwischenzeit einen Kaffeelöffel an ihr Kombi angehängt welcher sie erst nach einem späteren Gassi-gassi bemerkte. Und dies war mindestens 100 km weiter! Es ging wieder zügig nach Nord-Westen. In einem kleinen Waldstück kam dann das Aus! Nicht für uns, aber einer Frau mit ihrem Peugeot. Dieser war rechts neben der Strasse in einem Graben parkiert. Sie düste eindeutig mit ein paar Sachen zuviel in die Kurve, welche Sie scheinbar seit Jahren kannte und verlor nach dem Schleudern die Beherrschung über ihre Maschine. Geschrei und Tränen der Verzweiflung standen Ihr im Gesicht. Es war ja unmittelbar vor unserem Eintreffen geschehen und so konnte Nadia mit ihrem "France" die Frau beruhigen und mit Andis Natel die Familie organisieren. Die war auch schon nach 5 Minuten am Platz. Der Freund trat auf sie zu und gab als erstes den obligaten französischen "Zusammenschiss" von sich und schaute anschliessend nach dem kaputten Auto. Wir stiegen auf und fuhren nach dem "Merci et bonne route" weiter. Es wäre nicht der MVZ, wenn alle miteinander fahren würden. Unsere schnellen Lenkerbeisser fuhren beim Rondel in St. Loup in die falsche Richtung. Sie konnten 89 km später von Neufchâteau aus, wiederum mit Natelhilfe, auf den richtigen Weg gebracht werden. In der Zwischenzeit beim "Entrecôte et frites" merkte Robert, dass er die Hälfte seines französischen Geldes zu Hause vergessen hatte. Ein Kontrollanruf bei seiner Frau bestätigte die Befürchtung. Christian Obrist wurde anvisiert, dass Geld Morgen doch mitzubringen. Der Tag war wieder gerettet! (Und es klappte vorzüglich!). Zwischendurch telefonierte der Michi noch mit den Rebers. Sie wollten "Eventuell" doch noch kommen. Es blieb beim "Eventuell". Da nun alle wieder beisammen waren, konnten die restlichen Meilen in Angriff genommen werden. ![]() Kurz vor Verdun dachte Trudi, dass ihr Hinterreifen einfach keinen Gripp mehr hatte. Sie beobachtete den Präsi von hinten ob dieser auch so durch die Kurven eierte wie sie. Das war ja nicht der Fall. Der Gegenstand weiterer Ermittlungen ergab ein Loch im neuen - 24 Stunden alten - Reifen. Ein Glassplitter hatte gearbeitet. Wir fuhren langsam weiter und fanden das Hotel auf Anhieb. Am Abend ging es ins Städtchen, wo wir nach längerem Suchen ein Lokal fanden, welches bereit war, 16 hungrige Mäuler zu stopfen. Zum Glück war Nadia mit von der Partie und so konnten die Übersetzungen vom französischen ins deutsche einfach bewerkstelligt werden. Das Essen war vorzüglich! Der Wein auch! ![]() Freitag, 14. Mai 1999 ![]() Die Denkmäler des ersten und zweiten Weltkrieges brachten uns eher depressive Gedanken als Freude. Weit über 500'000 Männer fanden bei verschiedenen Auseinandersetzungen ihren Tod. Das Fort Vaux war besonders Eindrücklich: "1. Juni 1916: Der Todeskampf von Fort Vaux beginnt. Franzosen und Deutsche kämpfen in den Engen Stollen Mann gegen Mann sechs Tage und sieben Nächte Lang, müssen Gasschwaden, Geschützfeuer und Flammenwerfer über sich ergehen lassen. Pro Tag machen die Deutschen 5 Meter Boden gut ...". Unsere Gemüter waren nicht mehr so heiter. Nach dem "Monument Maginot" und dem "Tranchée des Baïonnettes" ging es zum z'Mittag. Ein Teil wollte nun noch Rumdüsen und die anderen machten einen Stadtbummel in Verdun. Übrigens: Die depressive Stimmung machte sich auch an Roberts Batterie bemerkbar. Bei den diversen Halten machte sie langsam schlapp. Ein bisschen Wasser zum Nachfüllen sollte den Säurepegel wieder ins Lot rücken. Ob das was nützte? Im Laufe des Nachmittags kam unser Ex-Gummi-Chrigel sicher ans Ziel. Er hatte leider Pech und fuhr den grössten Teil im Schiff. Lag das wohl am neuen Anzug? Am Abend wurde noch nach dem Töff von Sandra geschaut. Nach dem Auseinandernehmen des Vergasers und diversen Teilen konnten leider nur kleine Erfolge verbucht werden. ![]() Samstag, 15. Mai 1999 Und was taten die anderen? Die Damenwelten, bis auf Regina, Tamara und Petra, blieben im Städtchen und liessen ihre Männer alleine auf die 350 km. Nach echter MVZ-Manier wurde die Gruppe bereits nach 70 km getrennt. Eine Baustelle, welche eine gesperrte Strecke mit Umleitung signalisierte, wurde der Gruppe zum Verhängnis. Anstatt zu warten fuhren die Schnellen geradeaus. Die Nachfolgenden wussten nicht, welchen Weg sie eingeschlagen hatten und entschieden sich für die "Deviation". Das war die "korrekte" Wegführung aber scheinbar die falsche fürs Volk. So fuhren Robert, Roger & Petra und der Präsi alleine durch Belgien und der Landschaft in den Ardennen. Eine gut ausgesuchte Strecke mit tollen Kurven und schönem Landstrich erfreute das Bikerherz. Die anderen wunderten sich auf unser Nichterscheinen. Sie telefonierten zum Hotel zurück, ob die daheim gebliebenen was von uns wüssten?! Leider Nein! Aber sie erfuhren auch, dass Sandra in der Zwischenzeit gepackt hatte und mit der Moto Morini bereits Richtung Schweiz abgedonnert war. Da der Haussegen schief zu hängen schien entschied sich Ralph zur Umkehr. Mit Tamara und Marco machte er sich noch am Samstag nachmittag auf den Heimweg. Ich hoffe, dass der Segen zurückgekommen ist. Die Fahrt war auf alle Fälle toll, die Landschaft äusserst ansprechend. ![]() Sonntag, 16. Mai 1999 Roger mit seinem Seitenwagen konnte da den Adrenalinspiegel des Präsis und seines Selbst mal kurz testen. Nach einem missglückten Überholmanöver eines unschuldigen Franzosen erschrak Roger und wich in einer Rechtskurve stark nach links, in Richtung Steilhang aus. Der Seitenwagen fuhr den Hügel kratzend hinauf, der Dreck spritzte, das Gras wirbelte, das Metall schliff und Roger brachte das schleudernde Seitenwagengespann irgendwie wieder auf die Strasse, ohne das etwas grösseres passiert wäre. Petra hatte einen kleinen Schock, Roger und der Präsi machten Scherze und Andi putzte Gras und Erdreich von der Goldwing weg. Grosses Glück gehabt! Das Gespann und beide Piloten waren noch heil! Fünf Kilometer weiter standen Renato und einige Clübler auf der rechten Strassenseite. Picknick? Nein! Renato hatte keinen Tropfen Benzin mehr im Tank. Mit der Hilfe einer leeren Coca-Cola Flasche, diversen Schläuchen und viel Kollegenhilfe gab es Liter um Liter in Renato's Tänkle. Wo war den die nächste Tankstelle? Na ja, in Cernay gabs dann wieder Most. Kaum ging es wieder weiter nach unten wollte die liebe Regina in einer Kurve, die wartenden Martin und Michi, nicht gesehen haben und fuhr prompt den falschen Weg hinunter. Die beiden nahmen Blitzesschnell die Verfolgungsjagd auf und holten das abtrünnige Gefährt samt Fahrerin zurück. Purmann's Kommentar! Die Kurven, so Geil! Welche er wohl gemeint hatte? In Cernay angelangt, trennten sich dann die Clübler. Michi, Renato und Martin überzeugten noch Regina um mit ihnen durch den Schwarzwald nach Hause zu düsen. Die anderen nahmen die Autobahn Basel &endash; Zürich. Wollten sie doch etwas früher zu Hause sein. Wir alle hatten Riesendusel mit dem Wetter. Praktisch ohne einen Tropfen Regen auf den Häuptern gingen die vier Tage schnell vorbei. Trotz den vielen Ereignissen und kleineren Unfällen ist nichts schwerwiegendes passiert. Zum Glück! Nachtrag: Waren die Autobahnfahrer bereits sicher zu Hause angelangt, so waren die anderen noch im Schwarzwald! Was war da wohl passiert? Hmm? Renato's Töff hatte keine Lust mehr zu fahren und warf einfach die Antriebskette aus dem Ritzel! Nur Fluchen ist schöner! Der Präsi ![]() |
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Text Marcel Brugger |