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Giuseppe Gilera (1887-1971) baute sein erstes Motorrad 1909. Die "317" war ein luftgekühlter Viertakteinzylinder mit einem Hubraum von 317 ccm und einer Leistung von 7 PS. Die bekannte Fabrk in Arcore, zwischen Mailand und Lecco gelegen, wurde nach dem ersten Weltkrieg errichtet. Das erste dort hergestellte Modell war die 500 ccm Turismo. Es folgten weitere Viertakteinzylinder in verschiedenen Hubraumklassen in den Ausführungen Turismo und Supersport. Berühmtheit erlangte Gilera in den 50er Jahren mit seinen Vierzylinder-Rennmaschinen. Unzählige Erfolge feierte Gilera mit Fahrern wie Pagani, Masetti, Milani, Duke, Armstrong, Liberati, McIntyre, Hartle, etc. Ähnlich wie später bei MV Agusta, färbte von dieser Glorie praktisch nichts, aber auch gar nichts, auf die Strassenmaschinen ab. Das Fussvolk hatte sich mit simplen Ein- und Zweizylindern zu begnügen. Der "B300" Twin (1953-1969) zum Beispiel, brachte es gerade mal auf 15 PS bei einem Hubraum von 305 ccm. Unvergessen aus meiner Jugendzeit sind die 175 ccm Rossa Extra mit zwei übereinanderliegenden Schalldämpfern, und der Tod eines unbehelmten 125er Gilera-Fahrers auf der Kreuzung Anwand-Feldstrasse im Zürcher Kreis 4. Gileras einziger Sohn Ferruccio starb 1956 unerwartet als 26-jähriger an einem Herzinfarkt. Von diesem Schicksalsschlag erholte sich Gilera nie mehr. In den 60er Jahren kämpfte die Firma erfolglos gegen einheimische und japanische Konkurrenz. 1968 war Gilera pleite und ein Jahr später übernahm Piaggio die älteste Motorradfabrik Italiens. Trotz einiger neuer Modelle von 50 bis 600 ccm (Gilera NordWest) und Erfolgen im Geländebereich, "missbrauchte" Piaggio den berühmten Namen und die Fabrik in Arcore als Hersteller von Mopeds und Rollern. Das endgültige Aus für Gilera bedeutete die Schliessung des Werks in Arcore Ende 1993.
Karl Dengler an der Doppelnocken
Mit Ausnahme der berühmten Vierzylinder-Rennmaschinen ist die Saturno das einzige Gilera Modell, dass es verdient in den Annalen des Internets erwähnt zu werden. Ing. Giuseppe Salmaggi konstruierte die Saturno in den späten 30er Jahren. Sie wurde erstmals 1939 vorgestellt. Bis Kriegsende wurden nicht mehr als fünf Motoren hergestellt. Erst 1946 konnte die Produktion der Saturno Turismo aufgenommen werden. Es folgten die Wettbewerbsmaschinen "San Remo" (1947-1951), die "Corsa" (1951-1957) die "Bialbero" (1952-53) und die "Cross" (1952-1956). Vordere Telegabeln und hintere hydraulische Dämpfer wurden 1952 eingeführt. Frühere Modelle waren mit Trapezgabeln und Reibungsdämpfern versehen. Auf den Strassen ist kaum mehr eine Saturno anzutreffen. Dafür treffen wir einige an Oldtimer-Rennen, wie zum Beispiel die Maschinen von Karl Traber und Karl Dengler vom Albis Racing Team. 1952 baute Jakob Keller aus Zürich einen OHV Saturno-Motor zum OHC-Doppelnocken Aggregat um. Die obenliegenden Nockenwellen werden per Zahnradkaskade angetrieben. Diese mechanische Meisterleistung ist selbst in Mick Walkers Buch "Gilera The Complete Story" auf Seite 32 erwähnt. Heute ist der Keller-Motor im Besitz von Karl Dengler, der ihn restauriert und in ein San Remo Fahrwerk eingebaut hat. Auch eine beachtliche Leistung! ![]() |
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Technische Daten Gilera Saturno |
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Turismo |
San Remo |
Corsa |
Bialbero |
Cross |
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Bohrung |
84 mm |
84 mm |
84 mm |
84 mm |
84 mm |
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Hub |
90 mm |
90 mm |
90 mm |
90 mm |
90 mm |
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Hubraum |
498.76 ccm |
498.76 mm |
498.76 mm |
498.76 mm |
498.76 mm |
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Verdichtung |
6:1 |
6.5:1 |
7.06:1 |
8:1 |
7.06:1 |
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Vergaser |
Dell'Orto RDF28 |
Dell'Orto SS35 |
Dell'Orto SSF35M |
Dell'Orto SS38 |
Dell'Orto SSF38M |
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Leistung |
18 PS, Sport 22 PS |
35 PS |
38 PS |
45 PS |
38 PS |
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Getriebe |
4-Gang |
4-Gang |
4-Gang |
4-Gang |
4-Gang |
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Räder |
19" |
21"/20" |
19" |
19" |
21"/18" |
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Reifen |
3.25 x 19" |
3.00/3.25 |
3.00/3.25 |
3.00/3.25 |
3.00/4.00 |
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Radstand |
1470 mm |
1410 mm |
1380 mm |
1380 mm |
1400 mm |
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Trockengewicht |
168 kg |
120 kg |
125 kg |
125 kg |
125 kg |
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Tankinhalt |
14 l |
14 l |
19 l |
19 l |
10 l |
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Quelle: Gilera The Complete Story
by Mick Walker, The Crowood Press, ISBN 1-86126-333-3,
2000 |
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Gilera The Complete Story by Mick Walker.
Die Keller-Sarurno mit 2 obenliegenden Nockenwellen. ![]() Sehr gut zu sehen die rechtsseitig angebaute Zahnradkaskade für die obenliegenden Nockenwellen. |
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Ein blaues "Carabinieri" Exemplar von
1952 |
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Ein mit Ceriani Telegabel und Fontana Bremse modernisiertes Exemplar des Albis Racing Team. |
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Karl Dengler mit seiner Saturno Competizione. |
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Der San Remo Rahmen wird für den Doppelnocken-Motor vorbereitet. |
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Die Keller-Saturno ist bereit für den ersten Einsatz. |
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Schöner als neu! Eine Meisterleistung von Karl Dengler. |
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Die letzte Saturno 500, gebaut von 1988 bis 1991 |
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Technische Daten Nuovo Saturno 500 |
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Bohrung |
92 mm |
Leistung |
45 PS |
Reifen |
110-70 VR/140-70 VR |
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Hub |
74 mm |
Vergaser |
2 Dell'Orto PHM40VS |
Radstand |
1410 mm |
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Hubraum |
492 ccm |
Getriebe |
5-Gang |
Trockengewicht |
140 kg |
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Verdichtung |
9.5:1 |
Räder |
17" |
Tankinhalt |
20 l |
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Text und Bilder Robert Pfeffer |