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Qualitätsmanagement
ISO-Toleranzen
Prüfen-Messen-Lehren
Gewinde

Nicht qualitätsfördernd sind solche Sünden in der Fertigung!
'The New Manufacturing Challenge' von
Kiyoshi Suzaki
ISBN 0-02-932040-2

Zum Arbeitsbereich des QM gehören:

Qualitätsplanung
Planung aller Ziele, Anforderungen und Prozesse vor Fertigungsbeginn.

Qualitätslenkung
Überwacht alle Produktionsprozesse.

Qualitätssicherung
Erbringt den Nachweis, dass die Anforderungen an das Produkt erfüllt werden.

Qualitätsverbesserung
Verbessert kontinuierlich Prozesse und Produkte und steigert die Kundenzufriedenheit.

Werkzeuge des QM
Flussdiagramme, Fehlersammelkarte, Pareto-Analyse, Diagramme, Qualitätsregelkarten, FMEA (Failure Modes and Effects Analysis)

Quelle: Europa Lehrmittel, Fachkunde Metall, ISBN 978-3-8085-1155-8

Die enorme Qualitätssteigerung in der japanischen Fahrzeugindustrie seit dem Zweiten Weltkrieg wurde ironischerweise von U.S. amerikanischen Statistikern und Qualitätsmanagern in die Wege geleitet. Bekannt wurde W. Edwards Deming (1900-1993) der bis ins hohe Alter Seminare leitete und Bücher schrieb.

Taguchi Gen’ichi, Statistiker, Ingenieur, Experte für Qualitätsverberbesserung
Taguchi entwickelte ab Ende der 1940er Jahre die nach ihm benannte Taguchi-Methode zur statistischen Versuchsplanung, um Qualitätsverluste zu minimieren und die Produkte sowie Herstellungsprozesse robuster gegenüber Störeinflüssen zu gestalten. Letztendlich geht es bei seiner Methode darum, die Kosten zu minimieren, die ein Produkt verursacht – nicht nur dem Herstellerunternehmen selbst, sondern auch der Gesellschaft allgemein.
Traditionellerweise wendet man in der mechanischen Fertigung Toleranzen an, um Bauteile austauschbar herzustellen. Bauteile innerhalb der Toleranzgrenzen gelten als "GUT" und gelangen in den Verkauf. Solche ausserhalb der Toleranzgrenzen sind Ausschuss und müssen nachgearbeitet oder verschrottet werden. Dies ist seit der Industrialisierung die Sicht des Technikers. Taguchi fragte sich, wie sieht es für den Kunden aus? Merkt der Kunde einen Unterschied zwischen einem Bauteil das haarscharf an der Toleranzgrenze, aber noch innerhalb der Toleranz, liegt und einem Bauteil das knapp ausserhalb der Toleranzgrenze liegt? Der Kunde wird keinen Unterschied feststellen. Er wird aber einen Unterschied merken zwischen einem Bauteil das in der Mitte der Toleranz liegt und einem das an der Toleranzgrenze liegt. Bauteile welche vom Sollmass (Mitte der Toleranz) abweichen, verursachen Kosten mit Garantie-, Reparatur- und Anpassungsarbeiten. Diese Kosten steigen je weiter das Bauteil vom Sollmass entfernt ist und damit sinkt auch die Kundenzufriedenheit. Eine gewisse Streuung um das Sollmass lässt sich nicht ganz verhindern. Nur wer die Ursachen der Streuung kennt, kann sie erfolgreich einschränken und den Prozess robuster gestalten.

Ein Schulbeispiel lieferte mitte der 1980er Jahre das Ford Getriebewerk Batavia in Ohio. Mazda in Japan und Batavia produzierten das gleiche automatische Getriebe. Bald zeigte sich, dass die Getriebe aus Japan weniger Grantiereparaturen verursachten und höhere Kundenzufriedenheit genossen. Ford ordnete die Untersuchung von je 10 Getrieben aus der Serie an. Alle 20 Getriebe erfüllten die Anforderungen an Funktion und Masshaltigkeit. Die Getriebe aus dem Werk Batavia schöpften die Toleranzfelder zu 70% aus. Die Getriebe aus japanischer Fertigung jedoch nur zu 27 % und sie hatten den besseren Finish, bessere Oberflächengüte und waren sauberer im innern. Ford zog daraus den Schluss, dass es nicht mehr genügt nach Toleranzen zu arbeiten. "Uniformity" hiess das Stichwort, ein Stück nach dem andern genau auf dem Sollmass mit geringster Prozessstreuung. Die DVD "Ford Batavia" kann beim Schweizer Deming Institut bezogen werden.

Ovomaltine und Nivea Crème
Ovomaltine ist seit 1904 im Handel, Nivea Crème seit 1911. Dies sind zwei Beispiele von Produkten die höchste Kundenzufriedenheit über Jahrzehnte geniessen. Ihre Qualitätsmerkmale können nicht "vermasst" werden und doch bleiben sie erfolgreich im Markt. Ähnliche Beispiele aus der Autowelt sind der VW Käfer und der Porsche 911.

W. Edwards Deming

ISBN 0-262-54116-5

 

Mary Walton

ISBN 0-399-55000-3

 Dr Deming's 14 Points
Dr Deming's 7 Sins

Der Guru:
Donald J. Wheeler

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Text und Bilder Robert Pfeffer
CH-8194 Hüntwangen
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