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Kawasaki H2-750
Mach IV

Klassik
Kawasaki Mach III


Zwei meiner Kollegen sind sie gefahren, die Dreizylinder-Zweitakt Kawasaki H2, auch bekannt als Mach IV. Beide Kollegen sind von der Honda CB750 umgestiegen, die seit dem erscheinen der Mach IV 1972 zur übergewichtigen lahmen Ente degradiert wurde. Trotz totalem Verriss in der Presse waren beide begeistert von der H2, kein Wunder, hatte sie doch einige mehr PS und war ca. 40 kg leichter als die CB750. Kurt kaufte sich 1974 das neue Modell, das er heute noch besitzt.

Kurt nahm sich die Mühe und ging einigen Unsitten wie hoher Spritverbrauch auf den Grund. Er hängte alle Düsennadeln eine Kerbe tiefer, stellte die Födermenge der Frischölpumpe zurück und passte die Sekundärübersetzung seinem Gewicht und seiner Fahrweise an. Kaum zu glauben, aber auf einer Reise nach Wales verbrauchte seine 74er H2 nicht mehr Sprit und Oel (!) als meine viertaktende Yamaha TX750.

Fritz Hintermüller und Ernst Wolf (HIWO) importierten in den Sechziger Jahren die ersten Kawasakis in die Schweiz. Dies waren Zweizylinder-Zweitakter mit Drehschiebereinlass. Die 350 ccm A7 Avenger war die absolute Zweitakt-Rakete jener Jahre. 1969 warf Kawasaki die Dreizylinder Mach III auf den Markt. Fritz Hintermüller zeigte gewaltigen Respekt vor dem 60 PS Leichtgewicht. Kein Wunder, die lächerliche Trommelbremse im Vorderrad wurde der Fahrleistung nie und nimmer gerecht. Die 1972 lancierte Mach IV war in wichtigen Punkten verbessert, den Motor hatte man nach vorne gerückt, de Trommelbremse mit einer Scheibe ersetzt und den Rahmen verstärkt.

Einige technische Daten
Hubraum 748 ccm
Bohrung x Hub 71,1 x 63 mm
Verdichtung 7:1
Leistung 74 PS beu 6800 1/min
Vergaser 3 Mikuni 30 mm
Gewicht mit Oel und Treibstoff 205 kg
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Beschleunigung Viertelmeile 12.66 s bei 171.2 km/h Endgeschwindigkeit

Bücher
Kawasaki, Historie Modelle Technik 1961-1991, Reiner H. Nitschke/Mike Barke, Motorbuch Verlag
Kawasaki. Die grossen Motorradmarken, Roy Bacon, ISBN 3895951358
Kawasaki. Motorräder seit 1965, Andi Seiler, ISBN 3613019566
Die Kawasaki Story. Renn- und Strassenmodelle von 1963 bis heute, Ian Falloon, ISBN 3893659242
Schrader Motor-Chronik, Bd. 98, Kawasaki 1970-1990, Joachim Kuch, ISBN 3613872056
Motorräder die Geschichte machten, Kawasaki, Andreas Seiler, ISBN 3613015595
Kawasaki 250-750 Triples, 1969-79, Clymer Publications, ISBN 089287192X
Kawasaki 500 & 750 Triples Performance Portfolio 1969-1976, R. M. Clarke, ISBN 1855205238
Repair and Tune-up Guide for Kawasaki Triples, Chilton, ISBN 080196265X

Alle Fotos aus dem realen Leben zu jener Zeit. Keine Katalog- oder Ausstellungsbilder.
Kurt und Peter Bugmann

Kurt und Peter Bugmann.

 

Irgendwo im Tessin

Irgendwo im Tessin

 

"Kawasaki" von Nitschke/Barke.

 

The Kawasaki Story by Ian Falloon

"The Kawasaki Story" by Ian Falloon
ISBN 1-85960-613-X

Kawasaki Mach IV & Honda CB500

Mit Kurt im Sommer 1973 im Centovalli. An Kurts H2 ist die optionale 2. Scheibenbremse montiert. Rechts die Honda CB500 von 1972 in Grün.

Auf dem Gotthard

Kurt posiert im klassischen, schwarzen und zweiteiligen Harro-Tourenkombi neben der H2 von 1972 auf der Gotthard-Passhöhe.

Christian und Marianne

Christian und Marianne auf der 74er H2. Die zierliche H2 wirkt aus dieser Perspektive wie eine 250er.
Auf dem Parkplatz erkennt man Ford Taunus, NSU Prinz, Mini 1000, Alfa Giulia Super, Audi 80 und einen Renault R5.

Auf dem Flüela 1975

Auf dem Flüela 1975. Zwischen den beiden Mach IV meine Yamaha TX750. Die Lederkombis zeigen nun etwas Farbe.

Kurts 2. Mach IV von 1974.

Kurts 2. Mach IV von 1974.

Kurts H2 bei Pozzi an der Schreinerstrasse in Zürich

Die H2 bei Pozzi an der Schreinerstrasse. Dahinter die erste Honda Gold Wing, die GL1000.

Kurts Mach IV 1992

1992, Kurt fährt sie immer noch! Nun versehen mit Tank und Höcker Marke Eigenbau. Auch die Fussrasten sind zurück verlegt.

November 2001, Kollbrunn/ZH
November 2001, Kollbrunn/ZH
November 2001, Kollbrunn/ZH

November 2001. Das gibt's ja nicht! Eine 72er bei Kollbrunn im Zürcher Tösstal. Original die vordere Bremse mit einer Scheibe, nicht original die Stossdämpfer und schwarz lackierten Zylinder. Der Besitzer erzählte mir, dass dies seine zweite Mach IV ist. Die erste hatte ihn nach genau sieben Kilometern ins Spitalbett katapultiert ... die neuartigen Seitenständer hatten es in sich!


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Text und Bilder Robert Pfeffer
CH-8194 Hüntwangen

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