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Fordmuseum Hillegom/NL

Fordmuseum Hillegom/NL


Das Fordmuseum von K. P. den Hartogh befindet sich in Hillegom zwischen Leiden und Haarlem an der Haarlemmerstraat 36. Es dürfte mit ca. 200 Exemplaren die umfassendste Ford-Sammlung Europas sein. Das Museum hat ausserdem ein Restaurant, Souvenirshop, Konferenzräume und ein Kino.

Die Exponate aus den Jahren 1903 bis 1949 sind alle in perfektem Zustand, ausgestellt in 3 Hallen auf 5000 m2. Im Kino werden Filme zu Ford und zu Henry Fords Leben gezeigt. Schnittmodelle und offene Motorhauben stellen dem Interessierten ihre Technik dar. 1924 kauften die den Hartoghs ihren ersten Ford, einen T Pickup Truck. Später folgten auch V8 Trucks.

Im Museum machte ich mir keine Notizen und im Katalog sind nicht alle Modelle aufgeführt. Man möge mir die fehlenden technischen Angaben verzeihen. Dem Interessierten ist empfohlen, die Reise nach Hillegom selbst unter die Räder zu nehmen ... und zu staunen, ob all der herrlichen Fahrzeuge.

Die Ford Motor Company wird 100 Jahre alt

The Ford Century by Russ Banham

den Hartogh Museum in Hillegom/NL

den Hartogh Museum in Hillegom/NL

Halle mit frühen Fords

Blick in die Halle mit den frühen Modellen.

Ford Cabrio 30er Jahre

Ein schmuckes Cabrio, leider habe ich keine weiteren Angaben.

Lincoln Cabi

Ein Lincoln Cabi.

Lincoln K Type 507 Sedan von 1932

Am 4. Februar 1922 kauft Henry Ford die Lincoln Werke für acht Millionen Dollar.
Rechts ein Lincoln K Type 507 Sedan von 1932.

V8 Cabriolets

V8 Cabriolets und Zapfsäule aus den 30er Jahren.

Woody

Ein "Woody" aus den 40er Jahren.

Flesshecks

Sind sie nicht hinreissend, diese fliessenden Hecks mit den zweigeteilten Fenstern.

Biertransporter

Biertransporter

Ford Lastwagen

Ford Lastwagen

Im Vordergrund V8 Lieferwagen von 1946

Im Vordergrund ein V8 Lieferwagen von 1946.
Die Transportfirma den Hartogh stellt etliche eigene Wagen fürs Museum.


Neue Zürcher Zeitung vom 7. Januar 2003, von Jürg Wick

  • Die Ford Motor Company wird 100 Jahre alt

Ford, das grösste Familienunternehmen der Welt zelebriert das hundertjährige Bestehen. Henry Ford war 40 Jahre alt, als er 1903 mit der Gründung der Ford Motor Company die Voraussetzungen dazu schaffte, ein Grossindustrieller zu werden. Der Sohn ausgewanderter Iren war kein Automann, sondern Tüftler und Konstrukteur mit Hang zum missionarischen Eifer. Viele nannten ihn stur, andere wollten ihn ins weisse Haus drängen. Henrys Verdienst war nicht in erster Linie die Erfindung des Fliessbandes. Dies ergab sich eher zufällig, schrittweise, gezwungenermassen. Die Pioniertat war das T-Modell, das erste Auto, welches sich nicht an den Bedürfnissen der Begüterten orientierte, sondern die ländliche Bevölkerung motorisieren sollte. Die robuste, simple "Tin Lizzie" überzeugte selbst gut Situierte. Dass ein Auto so problemlos funktionierte wie das elektrische Licht, war neu. Der Millionenseller ermöglichte es dem hageren Mann schliesslich, seine soziale Ader auszuleben. Achtstundentag und weit überdurchschnittliche Löhne für die Fabrikarbeiter brachten die Konkurrenz in Verlegenheit.

Marktanteil von 50 Prozent
1924 lief der elfmillionste Ford vom Band, die Jahresproduktion erreichte 1.75 Millionen Autos, Der Marktanteil von Ford in den USA betrug 50 Prozent, und der Verkaufspreis des T-Runabout wurde erneut gesenkt, diesmal von 390 auf 295 Dollar. Der Durchschnittslohn eines Ford-Arbeiters lag bei 1293 Dollar im Jahr, und die Firma erntete einen Rekordprofit von 100 Millionen.
Sohn Edsel hatte es unter dem Patriarchen schwer, und selbst als er 1919 die Leitung der Ford Motor Company offiziell übernommen hatte, spielte nicht er die erste Geige. Doch er verantwortete einige der schönsten Personenwagen der Vorkriegszeit. Als Edsel 1943 50-jährig starb, übernahm der Alte erneut das Zepter der Firma, auch offiziell. Die Leitung des riesigen, aber inzwischen nicht mehr grössten Autounternehmen der Welt blieb nach dem Tod von Henry Ford 1947 in Familienhand. Henry Ford II, der Enkel des Firmengründers, musste 1945 mit 28 Jahren die Navy verlassen und das Steuer übernehmen. Ein wacher Mensch, vielleicht nicht besonders gebildet, aber risikofreudig, entschlossen, sogar visionär. Geschichtsreif sein Engagement für die Wiederbelebung von Central Detroit in den siebziger Jahren.

Thunderbird und Mustang
Mit der Rekrutierung der sogenannten "Whiz Kids", einer Ansammlung besonders intelligenter Manager, gelang es Henry II, das vor dem Krieg ramponierte Schiff wieder auf Kurz zu bringen und zur soliden Nummer zwei zu machen. er segnete nicht bloss die später gescheiterte Marke Edsel ab, sondern auch den heute legendären Thunderbird und den mehr als erfolgreichen Mustang. Mit der Gründung von Ford of Europe 1968 bündelte der erklärte Freund Europas vormals verzettelte Kräfte, forcierte (als Amerikaner!) das Kleinwagenprojekt Fiesta und ist mitverantwortlich, dass Spanien zum drittgrössten Autoherstellerland in Europa avancierte.
1984 stieg Ford zum meistverkauften Label in Europa auf. Dass es nicht dabei blieb, hat nur auf den ersten Blick nichts mit seinem Ableben 1987 zu tun; Mr Ford trat 1982 als Chairman zurück. Zum ersten Mal kam mit Philip Caldwell kein Ford an die Spitze des weltweit grössten Familienunternehmens, das nach dem Tod von Henry Ford II nun auch im Board von keinem Ford mehr kontrolliert wurde. Die strebsamen Erbsenzähler gewannen Oberhand. In der Ford Motor Company bekommt jeder seine Chance. "Kommen Sie fordwärts", stand es lange Zeit schwarz auf weiss auch in den Stelleninseraten von Ford Switzerland. Karrierebewusste hatten diesen Spruch imaginär im übertragenen Sinne schon immer und nicht selten auf Kosten der Firma interpretiert sowie für internes Kompetenz - und Karrieregerangel genutzt. Zu viele der in den Hochzeiten der eigenen Fertigungstiefe beschäftigten 380'000 Mitarbeiter fühlten sich für höhere Weihen berufen, nach dem Ausscheiden von Henry Ford II verstärkt. Ruhe beim Multi kehrte vor Jahresfrist ein, als mit William Clay Ford ein Urenkel des Firmengründers an die Spitze des Unternehmens berufen wurde. Die Familienangehörigen kontrollieren immer noch 40 Prozent der Stimmrechtsaktien. Von Bill, dessen Karriereschritte Ende der achtziger Jahre durch Schweiz führten und dem der Ruf vorauseilt, eine "grüne Ader" zu haben, wird erwartet, die in den Staaten profitable Modellstrategie mit Benzin in rauen Mengen konsumierenden Autos in Kyoto-kompatible Bahnen zu lenken. Kein leichtes Unterfangen in einer von Image bestimmten Welt. Denn die richtig guten Autos von Ford waren nicht unbedingt die Erfolgreichsten, oder umgekehrt.

Erfolge im Motorsport
Über jeden Zweifel erhaben der von 1908 bis 1927 produzierte "T", auch der 1932 vorgestellte "V8". Schon 1929 sehr nützlich: Das Modell A als erster massengefertigter Station Wagon. Den Zeitgeist gut treffend der "49er", nachdem der Company nur noch wenig Überlebenschancen eingeräumt wurden. Ab 1955 ein langlebiger Hit mit variierenden Missionen: der Thunderbird. 1964 der Überflieger Mustang, dazwischen der knapp, aber präzise am Kundengeschmack vorbei positionierte Edsel. Nach dem zweiten Weltkrieg durften die europäischen Ableger in Dagenham und Köln vermehrt eigene Wege gehen. Die Engländer brachten mit dem Consul/Zephir ein mässig erfolgreiches, aber interessantes Produkt hervor; Die ab 1950 verbaute McPherson-Vorderradaufhängung ist bis heute Industriestandard. Der Ford 17M von 1961 ("Badewanne") revolutionierte das Autostyling und war ein Riesenerfolg. Weniger der 20M V6 Turnier von 1964, so was nennt man jetzt Lifestyle Kombi, damals war er der Zeit in Europa zu weit voraus. Vorher schon hatte sich die FoMoCo unter Henry Ford II der Strategie "Total Performance" verschrieben und heimste motorsportlich alle relevanten Titel ein, Formel-1-WM und Indianapolis. Der Multi dachte auch daran, Ferrari zu kaufen; nachdem das Ansinnen gescheitert war, siegte Ford in Le Mans mit einem eigenen Produkt, dem GT 40, viermal hintereinander. In den achtziger Jahren bog ein Pick-up auf die Spur des Verkaufserfolges ein und ist seither Jahr für Jahr das meistverkaufte Automobil auf der Welt, der F150, ein Gasolinesüchtiger, wie es auch die kaum weniger populären Geländegänger Explorer und Expedition sind.

1984 stellten die Europäer den ersten schnelllaufenden direkteingespritzten Dieselmotor im Transit vor und damit den Wegbereiter für die heutige Dieseleuphorie. 1986 läutete der Taurus in den Staaten endlich das Aerostyling ein, wurde dort zum meistverkauften Personenwagen. Kurz zuvor lancierte Ford Europa unter der Führung von Bob Lutz den vielleicht bis anhin besten Ford, den Scorpio. Serienmässig mit ABS, hervorragendem Fahrwerk, seither nie wieder gesehener Raumeffizienz, Auto des Jahres 1985, vorerst mit einigen qualitativen Mängeln behaftet. Konzern-dominierende Finanzleute hinderten den Amerika-Schweizer daran, dem Granada Nachfolger neue Motoren zu spendieren und rechtzeitig eine Kombiversion zu entwickeln. So ging der Scorpio nach dem Edsel als zweiter gigantischer Flop in die Ford-Geschichte ein, denn zu allem Übel hatte man dem Scorpio mit einem Restyling noch die Vorreiterrolle für eine neue Designrichtung angedacht: New Edge. Kantige Rundungen oder runde Ecken, je nach Betrachtungsweise, Hauptsache, nicht mehr seifig rundgelutscht-inzwischen weitestgehend Allgemeingut in der Branche.

'River Rouge' by Joseph Cabadas
Ford's River Rouge by Joseph Cabadas
ISBN 0-7603-1708-9
Nachkriegswagen von Roger Gloor

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von Roger Gloor
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Drei Jahrzehnte Fordwerbung

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Bilder Robert Pfeffer
CH-8194 Hüntwangen

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