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In der Töffwelt nannten sie ihn Fifi, er wollte es so.
"Klaus Fischer" sagt veilleicht mal der Betreibungsbeamte zu
mir, aber nicht die Kollegen, erklärte mir mal Fifi mit
bestimmten Ton.
An einem Samstagmorgen im Frühling
1966 platzte ein beleibter junger Mann mit neckischem
Bärtchen in Pozzis Bude an der Schreinerstrasse. Sofort
ein grosses Hallo. Was will denn der Frankonia-Vertreter?
Die AMC-Maschinen (AJS, Matchless) verkaufen sich kaum mehr
und die brandneuen japanischen Zweitakt Suziki sind gar
nicht nach Pozzis Gusto. Der Frankonia-Mann wird uns
Anfängern als DER FIFI vorgestellt.
Geländesportler, Gespannrennfahrer, Schweizermeister
... wir schmelzen vor Ehrfurcht! Fifi zu Ruedi
Schönholzer, einem gemeinsamen Bekannten aus dem Kreis
um Werner Maltry (Rennfahrer, Konstrukteur): "Bist du noch
verheiratet? Ich nicht!" Es war Fifis erste aber nicht
letzte Scheidung. Seine erste Frau soll 14 Katzen gehalten
haben. Fifi hatte zu keinem Zeitpunkt mehr als ein Dutzend
Guzzis.
Nach diesem Treffen bei Pozzi, besuchte
uns Fifi hie und da im Honda Club Zürich. Der Club
hielt Gegenrecht und feuerte das BMW-Gespann Fifi/Trachsel
an den Bergrennen heftig an. Unvergessen bleibt Fifis
Rennlauf am Monte Generoso mit einer völlig
serienmässigen 250er Suzuki T20. Einige Jahre
später wechselte Fifi vom Kneeler-Gespann in den
Journalisten-Sessel bei Peter Althaus' Moto Sport Schweiz.
Gut zwei Jahrzehnte, viele Jahre als Chefredaktor,
prägt, formt und gestaltet er die Zeitschrift. Im
Veteranensport hat er eine neue Passion entdeckt, bis zu
seinem Sechzigsten besucht er mit seiner Guzzi
Veteranenrennen im In- und Ausland. Immer im Kreis seiner
engsten Freunde vom Albis-Racing-Team. Die Werkstatt auf dem
Albis darf mit Fug und Recht als sein zweites Zuhause
bezeichnet werden. Mit grosser Geduld und Akribie hat er
hier viele Stunden an seinen geliebten Guzzis gearbeitet,
sei es die Rennmaschine, die Falcone, die V7 Sport oder eine
simple Stornello. Da konnte jeder von seinem riesigen
Erfahrungssschatz, seiner Hilfsbereitschaft, seinem
unerschütterlichen Gemüt profitieren.
Ebenso legendär wie seine
Töffleidenschaft, war seine Schwäche für das
schwache Geschlecht und seine haarststräubenden
Abenteuer. Fifi überlebte eine Bruchlandung, bei der
das Flugzeug entzweibrach. Er verzehrte mit Kollegen
genüsslich Knollenblätterpilze und wurde von der
Polizei aufgehalten, als man ihn anderntags verzweifelt
suchte, um ihm noch rechtzeitig den Magen aus zu pumpen. In
einer andern wilden Story besuchter er zusammen mit Alfred
R. Wepf das Ducati Werk. Auf der linken Spur der Autostrada
hängt ein Volvo ganz dicht hinter dem Ducati Werksbus
und hornt und blinkt wie wild. Alfred R. findet unter der
Sitzbank eine Schneekette, hängt zum Fenster hinaus und
drischt mit der Schneekette auf die blitzblanke Motorhaube
des Volvos ein. Laut Fifi soll der Sicherheitsabstand in
Null Komma Nichts wieder hergestellt worden sein! Oder der
Kreuzschraubenzieher den Fifi in Süditalien zum
Astore-Stossstängeli umbaute und damit die Ferienreise
fortsetzte.
Unerwartet hat Fifi die letzte Reise
angetreten. Ich stell ' mir vor, Falcone berittene Engel mit
wehendem Haar haben Fifi abgeholt. Auf dieser längsten
aller Reisen passieren keine Unfälle, keine
Kolbenklemmer und keine Falcone wird ihre Kurbelwelle
knacken. Tschau Fifi.
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