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Klaus Fischer
"Fifi"
Albis Racing Team
Klassik

Fifi auf Moto Guzzi Astore

Ein Mann ein Töff: Fifi und Moto Guzzi Astore 500
Postkarte vom 27.12.2004, Photograph unbekannt

Unfassbar
Fifi starb unerwartet am 16. Januar 2000
Erst 64-jährig und noch voller Taten und Pläne
Wir vermissen Dich

In der Töffwelt nannten sie ihn Fifi, er wollte es so. "Klaus Fischer" sagt veilleicht mal der Betreibungsbeamte zu mir, aber nicht die Kollegen, erklärte mir mal Fifi mit bestimmten Ton.

An einem Samstagmorgen im Frühling 1966 platzte ein beleibter junger Mann mit neckischem Bärtchen in Pozzis Bude an der Schreinerstrasse. Sofort ein grosses Hallo. Was will denn der Frankonia-Vertreter? Die AMC-Maschinen (AJS, Matchless) verkaufen sich kaum mehr und die brandneuen japanischen Zweitakt Suziki sind gar nicht nach Pozzis Gusto. Der Frankonia-Mann wird uns Anfängern als DER FIFI vorgestellt. Geländesportler, Gespannrennfahrer, Schweizermeister ... wir schmelzen vor Ehrfurcht! Fifi zu Ruedi Schönholzer, einem gemeinsamen Bekannten aus dem Kreis um Werner Maltry (Rennfahrer, Konstrukteur): "Bist du noch verheiratet? Ich nicht!" Es war Fifis erste aber nicht letzte Scheidung. Seine erste Frau soll 14 Katzen gehalten haben. Fifi hatte zu keinem Zeitpunkt mehr als ein Dutzend Guzzis.

Nach diesem Treffen bei Pozzi, besuchte uns Fifi hie und da im Honda Club Zürich. Der Club hielt Gegenrecht und feuerte das BMW-Gespann Fifi/Trachsel an den Bergrennen heftig an. Unvergessen bleibt Fifis Rennlauf am Monte Generoso mit einer völlig serienmässigen 250er Suzuki T20. Einige Jahre später wechselte Fifi vom Kneeler-Gespann in den Journalisten-Sessel bei Peter Althaus' Moto Sport Schweiz. Gut zwei Jahrzehnte, viele Jahre als Chefredaktor, prägt, formt und gestaltet er die Zeitschrift. Im Veteranensport hat er eine neue Passion entdeckt, bis zu seinem Sechzigsten besucht er mit seiner Guzzi Veteranenrennen im In- und Ausland. Immer im Kreis seiner engsten Freunde vom Albis-Racing-Team. Die Werkstatt auf dem Albis darf mit Fug und Recht als sein zweites Zuhause bezeichnet werden. Mit grosser Geduld und Akribie hat er hier viele Stunden an seinen geliebten Guzzis gearbeitet, sei es die Rennmaschine, die Falcone, die V7 Sport oder eine simple Stornello. Da konnte jeder von seinem riesigen Erfahrungssschatz, seiner Hilfsbereitschaft, seinem unerschütterlichen Gemüt profitieren.

Ebenso legendär wie seine Töffleidenschaft, war seine Schwäche für das schwache Geschlecht und seine haarststräubenden Abenteuer. Fifi überlebte eine Bruchlandung, bei der das Flugzeug entzweibrach. Er verzehrte mit Kollegen genüsslich Knollenblätterpilze und wurde von der Polizei aufgehalten, als man ihn anderntags verzweifelt suchte, um ihm noch rechtzeitig den Magen aus zu pumpen. In einer andern wilden Story besuchter er zusammen mit Alfred R. Wepf das Ducati Werk. Auf der linken Spur der Autostrada hängt ein Volvo ganz dicht hinter dem Ducati Werksbus und hornt und blinkt wie wild. Alfred R. findet unter der Sitzbank eine Schneekette, hängt zum Fenster hinaus und drischt mit der Schneekette auf die blitzblanke Motorhaube des Volvos ein. Laut Fifi soll der Sicherheitsabstand in Null Komma Nichts wieder hergestellt worden sein! Oder der Kreuzschraubenzieher den Fifi in Süditalien zum Astore-Stossstängeli umbaute und damit die Ferienreise fortsetzte.

Unerwartet hat Fifi die letzte Reise angetreten. Ich stell ' mir vor, Falcone berittene Engel mit wehendem Haar haben Fifi abgeholt. Auf dieser längsten aller Reisen passieren keine Unfälle, keine Kolbenklemmer und keine Falcone wird ihre Kurbelwelle knacken. Tschau Fifi.

Fifi in seinem zweiten Zuhause

Fifi in seinem zweiten Zuhause in der Werkstatt des Albis Racing Teams, Juli 1999

Im Gespräch mit Kollegen vom Albis Team

Im Gespräch mit Kollegen vom Albis Team

Albert und Fifi

Albert und Fifi

Fifi mit Morgan

Bettag 1996, Fifis Morgan geht der Most aus am Albis

Fifi in den 60er Jahren als BMW-Gespannrennfahrer

Fifi in den 60er Jahren als BMW-Gespannrennfahrer

Fifi/Trachsel vermutlich am Bergrennen Châtel-St-Denis

Fifi/Trachsel vermutlich am Bergrennen Châtel-St-Denis

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Text und Bilder Robert Pfeffer
CH-8194 Hüntwangen
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