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Citroën 2 CV

Citroën 2 CV in der Zürcher Innenstadt 1968

Roger Gloor schreibt in "Nachkriegswagen":
Schon 1938 war der Prototyp eines «französischen Volkswagens» entstanden. Man beschrieb jenen ersten 2 CV als stromlinienförmigen viertürigen Viersitzer mit wassergekühltem 2-Zylinder-Motor von 375 cm' Inhalt. Die Weiterentwicklung des bereits fortgeschrittenen Projekts soll damals jedoch «mit Rücksicht auf die ,internationale Lage» gestoppt worden sein. Im Herbst 1948 wird der Citroen 2 CV schließlich auf dem Pariser Salon vorgestellt. Daß er Vorderradantrieb hat, verwunderte wohl niemanden, aber die gesamte übrige Konzeption dieses erstaunlichen Fahrzeuges gab in der Fachwelt wie unter Laien alsbald zu heftigen Diskussionen Anlaß. War ein solch häßliches Entlein mit stoffbespannten Rohrsesseln, einer superelastischen Verbundfederung und luftgekühltem Minimalmotor von 375 cm' Inhalt und 9 PS Leistung überhaupt verkäuflich? Es war, wie das rasch zunehmende Interesse an diesem ab Ende 1949 in Serie gebauten Citroen-Zwerg bewies. Ein Zwerg war er ohnehin nur dann, wenn man sich ausschließlich an die auf dem Papier stehenden Daten hielt. In Wirklichkeit bot seine viersitzige Karosserie mit den guten Zugang vermittelnden Türen, dem Rolldach und der ebenfalls hochrollbaren Rückwand unzählige Verwendungs- und Einsatzmöglichkeiten, einschließlich größerer Reisen. Was dem 2 CV an Leistung und Laufruhe abging, kompensierte er durch einen weit überdurchschnittlichen Fahrkomfort. Mit dem 2 CV hatte Citroen den ersten und vielleicht auch den idealsten Großserienwagen für die ein Kostenminimum anstrebende Volksmotorisierung konstruiert. Die Diskussionen über diesen Punkt gingen freilich noch lange weiter, und erst 1962 sollte sich in Form des Renault 4 eine erste Alternative anbieten.

"Nachkriegswagen" von Roger Gloor, Hallwag, ISBN 3-444-10263-1

Roger Gloor schreibt in "Personenwagen der 60er Jahre":
Unter allen Großserienherstellern baute die in Paris domizilierte Marke Citroün in den Nachkriegsjahren die ungewöhnlichsten Autos. 1960 umfaßte das Produktionsprogramm zwei Extreme: den 2 CV (= 2 PS), dessen Konstruktion auf die Zeit unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg zurückging, und die 1955 lancierte DS/IDSerie, beide mit Vorderradantrieb. Während der 2 CV als der Inbegriff des einfachen und sparsamen, dennoch aber komfortabel gefederten und geräumigen Autos galt, hatten die DS und die I D eine echt futuristisch wirkende Linie, die keineswegs bloß etwas vorspiegelte, sondern mit der technisch fortschrittlichen, ja wegweisenden Konzeption in vollem Einklang stand. Der Luftwiderstandsbeiwert, von dem man damals noch kaum sprach, erreichte 0,36 – ein Wert, der auch noch zwanzig Jahre später mancher Neukonstruktion wohl angestanden hätte!

Das häßliche Entlein 2 CV wurde von einem luftgekühlten 424-cm'-2-Zylinder-Boxermotor angetrieben. Mit seinen 12,5 SAE-PS Leistung war dieses Modell das am weitaus schwächsten motorisierte viertürige Auto. Es besaß eine Fliehkraftkupplung, die unter 1000/min eine Kraftübertragung ausschloß. Außer seiner extremen Zweckform bot es als besonders ungewöhnliche Konstruktionseigenheit eine Verbundfederung, bei der die vorderen und die hinteren Elemente der Einzelradaufhängung jeder Seite durch horizontale Schraubenfedern verbunden waren. Der 2 CV hatte serienmäßig ein Faltdach. Aus belgischer Montage gab es ihn mit einem zusätzlichen hinteren Seitenfenster (auch Modell Luxe). Eine höchst ungewöhnliche, seit 1958 gebaute Sonderversion war der 2 CV 4 x 4 Sahara. Der Vierradantrieb wurde durch einen im Heck eingebauten zweiten Motor bewerkstelligt! Außer an den Kühlluftschlitzen am Heck erkannte man ihn an dem in die vordere Motorhaube integrierten Reserverad.

"Personenwagen der 60er Jahre" von Roger Gloor, Hallwag, ISBN 3-444-10307-7

Citroen 2CV AZL 1960, Erste Inverkehrsetzung 28.11.1960 in Figeac, Département Lot, Frankreich

Kilometer 94'000 (4. Hand) Mai 1017
Motorentyp AZ (A53), Luftgekühlt
Hubraum 425 cm3, Bohrung x Hub 66 x 62 mm
Zylinder Boxer - 2 (zweifach gelagerte Kurbelwelle)
Leistung ca. 12,5 PS bei 3'500 U/min., Drehmoment 24 Nm bei 2'500 U/min.
Ventilsteuerung OHV
Verdichtung 7,5 :1
Vergaser Solex 26 CBI
Zündkerzen NGK BP6HS
Zündung 123-Ignition (elektronische Zündanlage)
Zündverteiler keiner (Beide Kerzen zünden synchron)
Batterie 6 Volt 90 Ah (B x T x H = 15.5 x16.5 x 20 cm)
Kupplung Fliehkraftkupplung (Besonderheit der AZ-Modelle)
Schaltung 4-Gang manuell (alle Gänge synchronisiert)
Chassis-Nummer 2269945 (Standort im Motorraum links)
Motoren-Nummer 02877925 (Standort im Motorraum links)
Kraftstoff Benzin 95 Oktan
Farbe bleu glacier (Farbcode: AC 606)
Benzinverbrauch auf 100 km ca. 5 Liter
Tankinhalt ca. 20 Liter
Motorenölkapazität 2 Liter Mehrbereichsöl SAE 20 W 50
Getriebeölkapazität 1 Liter Hyphoidöl SAE 80
Leergewicht (vollgetankt) 520 kg, Nutzlast 290 kg, Mögliches Gesamtgewicht 810 kg
Radstand/Spur 2'400 mm/1'260 mm, Länge (Gesamt) 3'830 mm, Höhe (Gesamt) 1600 mm, Breite (Gesamt) 1480 mm
Idealer Reifendruck vorne 2.2 atü, hinten 2.0 atü
Felgen 4J x 15-Zoll von Pilote, Reifen 125 - 380 / 125 - 15 x von Michelin
Letzte MFK 01.04.2014 Veteranenstatus (Vorführen alle 6 Jahre)

Herr Jeremy Lacombarde aus dem ländlichen Figeac, Département Lot in Frankreich seines Zeichens Garagist mit einer rührenden Affinität zur Marke Citroen, kaufte den sehr gut erhaltenen 2CV von seinem Erstbesitzer, der über lange Jahre sein Kunde war, im Jahr 2007 ab. Das Auto immatrikulierte er am 31.10.2007 mit lediglich 68'000 km Laufleistung. Danach wurde der Citroen einer kompletten Restauration unterzogen. Nachdem alle technischen Komponenten von der Carrosserie getrennt waren, erlaubte es ihm eine grundlegende und nachhaltige Sanierung an Chassis und Blechkleid durchzuführen.

Wo nötig wurden Neuteile verwendet. So wurde der ganze Unterboden erneuert und gegen Korrosion geschützt. Nach dem die Karosserie in der Originalfarbe in neuem Glanz erschien, wurden die überholten Komponenten von neuem eingebaut. Dabei wurde grossen Wert auf die Originaltreue gelegt. Das Ziel war kein zu Tode, überrestauriertes Auto, sondern ein rostfreies, technisch einwandfreies Vehikel auferstehen zu lassen, dem man seine Geschichte ruhig ansehen darf. So ist der Innenraum noch mit den Originalinstrumenten versehen, die einwandfrei funktionieren und nicht wie oft üblich mit billigen Nachbauten. Auch die wunderbare Patina am Eisenrohr-Lenkrad wurde bewusst so belassen. Beim Model AZL steht das "L" für "Luxe". Der wesentliche Unterschied zur normalen Ausführung bestand darin, dass Aluminiumleisten auf der Motorhaube und unter den Türen sowie ein grösseres Heckfenster im Rollverdeck die Ente schmückten. So war das eben früher mit dem Luxus!

Das Bijou wurde am 27.01.2014 bei Herrn Lacombrade in Figeac vom Schweizer 3. Besitzer käuflich erworben und in die Schweiz importiert. Seit dem 29.06.2015 ist der 2 CV im Kanton Zürich vom jetzigen Besitzer immatrikuliert. Er wird in den Sommermonaten als zuverlässiges Alltags und Reisefahrzeug benützt. Der Döschwo ist optisch und mechanisch in sehr guten Zustand.

Ami 6 und 2 CV

Ami 6 und 2 CV

Roger Gloor schreibt in "Alle Autos der 70er Jahre":
Das 2 CV Modellprogramm begann 1971 mit dem bereits legendär gewordenen 2 CV („Ente" bzw. „Döschwo"), von dem ein erster Prototyp schon 1938 entstanden war. Es gab ihn als 2 CV 4 mit 435 cm3 (24 PS) und als 2 CV 6 mit 602 cm3 (28,5 PS). Für die Niederlande reserviert war der 2 CV Export (früherer Motor mit 425 cm3, 16,4 DIN-PS). Der Motor dieses auf größtmögliche Sparsamkeit bei generösem Transportvolumen ausgelegten Allroundautos war ein luftgekühlter Zweizylinder-Boxer mit Leichtmetallköpfen und -block. Das mit Frontantrieb kombinierte 4 Gang-Getriebe wurde auf Wunsch mit einer automatischen Fliehkraftkupplung bestückt.

Der 2 CV hatte einen Plattformrahmen sowie vorne und hinten Einzelradaufhängungen mit Längsschwingarmen, wobei die vorderen und hinteren Aufhängungselemente durch horizontale Schraubenfedern verbunden waren. Diese besondere Konstruktion verhalf dem 2 CV zu einem sänftenartigen Komfort und einem „wiegenden Gang", der nebst seinem bewusst unprätentiösen äußerlichen Auftritt mit zu seinem hohen Symbolwert beitrug. Dieser kleinste Citroen bot einen aus dem Armaturenbrett ragenden Schalthebel, eine Zahnstangenlenkung und sein einziges modernes Ausstattungsattribut bestand in einer Scheibendusche. Nach 25 Jahren erhielt der 2 CV mit dem Modelljahr 1974 einen serienmäßig eingebauten Aschenbecher. 2 CV 6 und Dyane erhielten zudem ein gepolstertes Lenkrad.

Dyane. Ebenfalls mit dem luftgekühlten Zweizylinder Boxermotor versehen war der im August 1967 lancierte, über dem 2 CV positionierte Dyane (435 cm3, 24 PS) bzw. Dyane 6 (602 cm3, 32 PS). Er war sozusagen eine stilisierte Ausführung des 2 CV. Statt durchwegs rundlicher Kontu-ren zeigte er horizontale Linien und versenkte Rechteckscheinwerfer. Zudem waren die vorderen Kotflügel nicht mehr nach alter Sitte angefügt. Ansonsten basierte er auf den gleichen Konstruktionsprinzipien.

"Alle Autos der 70er Jahre" von Roger Gloor, Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-02440-3

Ente

Ein 2 CV bei Enten Peter in D-79650 Fahrnau bei Schopfheim im Industriegebiet Grienmatt

Bei Enten Peter in Fahrnau bei Schopfheim

Bei Enten Peter in Fahrnau bei Schopfheim

Motor, Antriebswelle

Ein Fall für Enten Peter

Enten Peter

21. Mai 2017, Enten Peter werkelt auch am Sonntag
Leider findet sich nirgends weder Name noch Telefonnummer!

Peter Hutmacher

Ein amüsantes Buch des Berners Peter Hutmacher
Verlag Einfach Lesen, ISBN 978-3-9523083-3-2

Mit der Occasions-Ente nach Istanbul -
heute brauchen wir 200PS, Klimanalage, ABS,
Traction Control, 4-WD, usw. nur zum Einkaufen!

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Text und Bilder Robert Pfeffer
CH-8194 Hüntwangen
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